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	<title>Lilian Löckenhoff | Düsseldorf zeigt Haltung</title>
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	<description>Meine Werte, mein Leben - was uns Düsseldorfer antreibt.</description>
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	<title>Lilian Löckenhoff | Düsseldorf zeigt Haltung</title>
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		<title>Den SenFF dazu geben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilian Löckenhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2020 07:57:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besondere Düsseldorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<div class="entry-summary">
Wolfgang Müller (76) geht zu Fridays for Future Demos und engagiert sich&#8230;
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<div class="link-more"><a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wolfgang-muller" class="more-link">Weiter lesen<span class="screen-reader-text"> &#8220;Den SenFF dazu geben&#8221;</span>&#8230;</a></div>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="has-drop-cap">Wolfgang Müller (76) geht zu Fridays for Future Demos und engagiert sich bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Düsseldorf. Seine Nachbarn sehen ihn oft auf dem Fahrrad, hin und wieder ist er im Carsharing-Wagen auf Tour. Für „Knüff“, wie Freunde den Diplomingenieur nennen, sind Engagement und Ehrenamt selbstverständlich. Uns hat er erzählt, warum Klimaschutz und Digitalisierung auch die ältere Generation etwas angeht und warum ihm sein Engagement so viel Spaß macht.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Herr&nbsp;Müller,&nbsp;die&nbsp;wichtigste&nbsp;Frage&nbsp;zuerst:&nbsp;Was&nbsp;bedeutet&nbsp;Haltung&nbsp;zeigen&nbsp;für&nbsp;Sie?&nbsp;</p>



<p>Haltung zeigt für mich eine Person, die deutlich macht, wofür sie steht und was ihr wichtig ist. Das bedeutet auch, für seine Meinung einzustehen, wenn viele andere vielleicht dagegen sind. Sich nie von seinem Weg abbringen lassen und stets ein gutes Argument parat haben, um seine Ansichten zu vertreten.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Sie tun das.  Sie sagen Ihre Meinung, wenn es um den Klimaschutz geht. Eigentlich ist das doch eher ein Thema, das junge Menschen für sich entdeckt haben. Wie kam es dazu, dass Sie gemeinsam mit anderen Senioren für eine nachhaltige Zukunft demonstrieren?</p>



<p>Als meine Frau Elvira und ich bei einem Treffen im „zentrum plus“ der AWO von den Vorbereitungen zur großen Demo „Fridays For Future“ in Düsseldorf erfuhren, war allen Teilnehmenden klar: Da müssen wir unseren Senf dazu geben! Also sind wir beim nächstem Mal, als AWO-Gruppe, mit dem Slogan „Seniors For Future“ (SenFF) selbst mitgelaufen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img src="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-960x640.jpg" alt="" class="wp-image-529" srcset="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-960x640.jpg 960w, http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-595x397.jpg 595w, http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-768x512.jpg 768w, http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-1536x1024.jpg 1536w, http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-2048x1365.jpg 2048w, http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wp-content/uploads/2020/09/Wolfgang-Müller-2-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption>Wolfgang Müller (3.v.l.) mit den &#8222;Seniors For Future (SenFF)&#8220;</figcaption></figure>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Die&nbsp;Teilnahme&nbsp;an&nbsp;den&nbsp;Demos&nbsp;ist&nbsp;nicht&nbsp;für&nbsp;Jedermann&nbsp;selbstverständlich.&nbsp;Warum&nbsp;machen&nbsp;Sie&nbsp;das&nbsp;und&nbsp;was&nbsp;genau&nbsp;wollen&nbsp;Sie&nbsp;erreichen?</p>



<p>Wir wollen zeigen, dass wir die Jugend nicht alleine lassen und die Kluft zwischen den Generationen wieder schließen möchten. Dass Alt und Jung zusammenarbeiten können und in Punkto Klimaschutz  auch zusammenarbeiten müssen. Auch wenn wir Alten nur noch die nahe Zukunft erleben werden, wollen wir für unsere Kinder und Enkelkinder auf die Straße gehen. Meine Generation ist selbst in Teilen für die Klimaschäden verantwortlich. Jetzt ist es Zeit dafür zu sorgen, dass auch die kommenden Generationen in eine gesunde und umweltfreundliche Zukunft blicken können.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">War Ihnen schon immer klar, dass Ihre Generation eine Mitschuld beim Klimawandel trägt, oder hat sich das Bewusstsein in Bezug auf die Umwelt erst im Laufe der Jahre entwickelt?</p>



<p>Das Bewusstsein, das ich heute zur Umwelt habe, hat sich tatsächlich erst im Laufe der Jahre entwickelt. Es wird natürlich durch die Fakten, mit denen wir alle immer wieder konfrontiert werden, weiter verstärkt. Beinahe täglich wird in den Nachrichten über Umweltkatastrophen berichtet, welche durch den Klimawandel und die massive Umweltbelastung ausgelöst werden. Genau aus diesem Grund möchten wir mit den Seniors For Future zeigen, dass uns die Zukunft der Jüngeren nicht egal ist und dass auch wir noch etwas tun können. </p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was&nbsp;konkret&nbsp;meinen&nbsp;Sie&nbsp;damit?&nbsp;</p>



<p>Es geht nicht nur um das Demonstrieren, auch Radfahren oder eine bewusstere Ernährung sind für mich selbstverständliche Dinge, um die Umwelt zu schützen. Ein begeisterter Fahrradfahrer war ich schon immer und unser Auto haben wir bereits vor 10 Jahren abgeschafft. Durch unsere zentrale Wohnlage ist fast alles fußläufig zu erreichen, der Supermarkt und der Bäcker sind direkt vor meiner Haustüre. Und wenn wir doch mal weitere Strecken fahren wollen, nutzen wir „Carsharing“. So können wir je nach Anliegen einen Wagen nach beliebiger Größe und zu einem gewünschten Zeitpunkt wählen. Das ist sowohl praktisch als auch kostensparend und nachhaltig.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Das sind eine Menge Situationen, in denen Sie eine nachhaltigere Lebensweise in Ihren Alltag integrieren. Glauben Sie, dass hinsichtlich des Klimawandels trotzdem noch zu viele Menschen wegschauen?</p>



<p>Auffällig ist, dass sich immer noch zu wenige Menschen gerade meiner Generation mit der Ernährung auseinandersetzen. Wenn einem vor Augen geführt wird, wie viel Fläche und Wasser für die Landwirtschaft und die Fleischerzeugung verbraucht werden, sind das wahnsinnige Zahlen. Allein die Abholzung für das Tierfutter der Massentierhaltung trägt massiv zur Umweltbelastung bei. Schuld daran sind unter anderem unser Essverhalten und der hohe Fleischkonsum, aber das wollen einige immer noch nicht wahrhaben. Ich bin der Meinung, dass sich das ändern könnte, wenn noch mehr Menschen mit uns demonstrieren würden, anstatt wegzuschauen. Es muss nicht plötzlich jeder Vegetarier werden, aber es sollte ein anderes Bewusstsein in Bezug auf unsere Ernährung und damit auch für unsere Umwelt geschaffen werden.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Neben&nbsp;Ihrem&nbsp;Engagement&nbsp;für&nbsp;den&nbsp;Klimaschutz&nbsp;setzen&nbsp;Sie&nbsp;sich&nbsp;auch&nbsp;mit&nbsp;der&nbsp;Digitalisierung&nbsp;auseinander&nbsp;und&nbsp;helfen&nbsp;älteren&nbsp;Menschen,&nbsp;sich&nbsp;in&nbsp;der&nbsp;Welt&nbsp;des&nbsp;Internets&nbsp;zurechtzufinden.&nbsp;Wie&nbsp;können&nbsp;wir&nbsp;uns&nbsp;das&nbsp;genau&nbsp;vorstellen?<em>&nbsp;</em></p>



<p>Ich bin bei der AWO als Schriftführer für den Ortsverein tätig. Natürlich ist auch diese Arbeit ohne Computer und Internet nicht mehr zu leisten. Das hat dazu geführt, dass ich meine Computerkenntnisse nun in regelmäßigen Kursen in einem iCafe im &#8222;zentrum plus&#8220; der AWO in Unterbilk weitergebe. Gerade die Älteren tun sich häufig mit der Welt des Internets schwer. Oder sie wollen nicht wahrhaben, dass das Internet im Alltag eine große Hilfe sein kann. Ich freue mich, dass ich älteren Menschen von den positiven Möglichkeiten der Digitalisierung überzeugen kann. Seit wir in einer Wohngruppe der Düsseldorfer Wohngenossenschaft (DWG) wohnen, helfe ich im Rahmen eines &#8222;Repair Cafés&#8220; im Nachbarschaftszentrum der Genossenschaft auch regelmäßig dabei, defekte Haushalts-Kleingeräte wieder auf Vordermann zu bringen. Auch im &#8222;zentrum plus&#8220; biete ich mit Helfern diesen Service in einem iCafe an.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Finden&nbsp;Sie&nbsp;es&nbsp;wichtig,&nbsp;dass&nbsp;sich&nbsp;auch&nbsp;die&nbsp;älteren&nbsp;Generationen&nbsp;mehr&nbsp;mit&nbsp;dem Thema&nbsp;Digitalisierung&nbsp;beschäftigen?&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Ja, auf jeden Fall! Leider sind viele damit überfordert. Das ist sehr schade, da die Kinder und Enkelkinder gerade per Smartphone gerne Kontakt mit ihren Großeltern halten. Hier mal ein Foto senden, da mal ein Videoanruf: so ist es viel leichter, regelmäßig voneinander zu hören. Dadurch entsteht aber auch ein gewisser Druck für die Großeltern, da sie fast gezwungen sind, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Ein Smartphone-Kurs eignet sich sehr gut, um das nötige Know How rund ums Thema Handy und Internet zu vermitteln.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Das&nbsp;hört&nbsp;sich&nbsp;nach&nbsp;einer&nbsp;Menge&nbsp;Arbeit&nbsp;an.&nbsp;Wie&nbsp;schaffen&nbsp;Sie&nbsp;es,&nbsp;im&nbsp;Alltag&nbsp;bei&nbsp;so&nbsp;vielen&nbsp;Projekten&nbsp;nicht&nbsp;den&nbsp;Überblick&nbsp;zu&nbsp;verlieren?&nbsp;</p>



<p>Die Tage meiner Frau und meine sind schon sehr strukturiert. Dienstag und Donnerstag gibt Sie Yoga Kurse, dabei helfe ich ihr und greife ihr bei den Vorbereitungen unter die Arme. Mittwochs schauen wir, dass wir immer noch unsere Zeit zu zweit haben und etwas gemeinsam unternehmen. Alle 14 Tage beteilige ich mich an der Redaktionssitzung des Impuls Magazins der AWO. Das Magazin richtet sich an die Generation 50+ und informiert über aktuelle Themen wie die Digitalisierung, Ernährung oder auch den Verkehr. Es geht dabei vor allem um die Zukunft, also wie das Internet in unser Leben eingreift oder ob man zum Beispiel mit 70 noch Radfahren kann. Was ich natürlich nur bejahen kann! („lacht“)</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Sie arbeiten nun schon seit 20 Jahren ehrenamtlich in Düsseldorf. Wie sind Sie dazu gekommen?</p>



<p>Engagement war meiner Frau und mir schon immer sehr wichtig und nimmt in unserem Leben einen großen Raum ein. Wir haben die Dinge immer gerne selbst in die Hand genommen. Angefangen hat es, als wir auf der Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz für unsere Tochter waren. Es hat uns nichts wirklich gefallen, bis wir auf eine Elterninitiative gestoßen sind, in der die Eltern aktiv mithelfen, organisieren und sich im Kindergarten engagieren. Es wurde gemeinsam gekocht, geputzt oder repariert. Dabei sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten.</p>



<p>Mit der AWO sind wir das erste Mal in Berührung gekommen, als meine Frau wieder arbeiten wollte und dort administrative Tätigkeiten im Büro übernommen hat. Mit der Rente wurde uns bewusst, dass wir die Zeit sinnvoll nutzen wollen und da zu dem Zeitpunkt ein neuer Vorstand für den Ortsverein gesucht wurde, hat das Eine zu dem Anderen geführt und wir haben uns dafür bereit erklärt.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Ihre&nbsp;Tätigkeiten&nbsp;und&nbsp;Ihr&nbsp;Engagement&nbsp;spielen&nbsp;sich&nbsp;rund&nbsp;um&nbsp;Düsseldorf&nbsp;ab.&nbsp;Was&nbsp;verbinden&nbsp;Sie&nbsp;mit&nbsp;Düsseldorf?&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Düsseldorf bedeutet für mich vor allem Heimat. Als ich im Alter von neun Jahren mit meinen Eltern hergezogen bin, sah die Stadt noch ganz anders aus: Viele Ruinen, es fuhren kaum Autos, die Straßen waren leer und wir waren rund um die Uhr draußen. Während meines Studiums kellnerte ich im Restaurant &#8222;Spoerri&#8220; und lernte dort auch die Altstadt kennen und lieben. Ich habe viele inspirierende und interessante Menschen treffen dürfen, mit denen ich teilweise heute noch befreundet bin. Außerdem fasziniert mich das viele Grün in Düsseldorf, wir haben so viele schöne Parks und Wälder. Düsseldorf ist zwar klein und gemütlich, hat aber zugleich das Flair einer Großstadt.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Eine&nbsp;letzte&nbsp;Frage:&nbsp;Was&nbsp;fällt&nbsp;Ihnen&nbsp;ein,&nbsp;wenn&nbsp;Sie&nbsp;an&nbsp;die&nbsp;Zukunft&nbsp;denken?</p>



<p>Meiner Frau und mir ist es in erster Linie wichtig, dass wir unsere Werte an unsere Enkelin weitergeben. Wir wollen Sie nicht beeinflussen, aber wir wollen gerne eine Vorbild-Funktion übernehmen. Heutzutage bekommen die Kleinen so viele Einflüsse, dass es nicht immer leicht ist. Wir genießen die Zeit mit unserer Enkelin sehr, haben ihr Schwimmen und Radfahren beigebracht und möchten gemeinsame Erinnerungen schaffen.</p>



<p>Innerhalb der AWO wollen wir uns auf jeden Fall weiter bei den Seniors For Future engagieren, Material sammeln, Plakate basteln und für den Klimaschutz engagieren. Leider war das aufgrund von Corona in der letzten Zeit nicht so einfach, aber so langsam können wieder kleinere Projekte in die Hand genommen werden. Wir wollen als positives Beispiel für die jüngeren Generationen voran gehen und zeigen, dass wir uns eine nachhaltigere Zukunft wünschen.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color"><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p><p>The post <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/wolfgang-muller">Den SenFF dazu geben</a> first appeared on <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de">Düsseldorf zeigt Haltung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der inneren Überzeugung folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilian Löckenhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 06:03:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besondere Düsseldorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<div class="entry-summary">
Dr. Stephan Keller (CDU) war bis 2016 als Beigeordneter in Düsseldorf tätig&#8230;
</div>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Stephan Keller (CDU) war bis 2016 als Beigeordneter in Düsseldorf tätig und wechselte dann in die Kölner Verwaltung, wo er nun als Stadtdirektor unter anderem für die Bereiche Ordnung und Recht zuständig ist.&nbsp;Wir haben mit ihm über Corona, Düsseldorf während und nach der Krise sowie den aktuellen Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt, gesprochen. &nbsp;</p>



<p class="has-drop-cap has-text-align-left">W<em>ir stellen Düsseldorfer vor, die Haltung zeigen. Im privaten wie im beruflichen Leben. Ganz besondere Düsseldorfer sind natürlich auch die Kandidaten um das Oberbürgermeisteramt Düsseldorfs. Sie müssen Vorbild sein was Haltung und Werte angeht. Hier sagen Sie, was sie antreibt, sich um das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben.</em></p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Herr Keller, wie würden Sie Ihre persönliche Verbindung zu Düsseldorf in einem Satz beschreiben?</p>



<p>Düsseldorf ist die Stadt, in der ich mit meiner Familie heimisch geworden bin – und die ich auch für meinen Job in unserer Nachbarstadt nicht verlassen habe&#8230;</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was sind Ihre Kernziele, wenn Sie an die Stadt Düsseldorf denken? Welche Rolle spielen Umweltschutz und Nachhaltigkeit dabei?</p>



<p>Ich möchte Düsseldorf wieder ganz nach vorne bringen. Das erreicht man am besten als Teamplayer, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Stadtverwaltung und mit allen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern! Meine Ziele sind beste Bedingungen für Bildung und Familie, wieder eine hohe Priorität für Sicherheit und Sauberkeit, nachhaltige Mobilität und Stadtentwicklung, gute Voraussetzungen für Wirtschaft und Wissenschaft und natürlich ein hoher Stellenwert von Freizeit und Kultur. Mit ist es wichtig, all diese Ziele klimagerecht und mit intelligenten Lösungen zu erreichen.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Die Corona Pandemie hat die Welt binnen kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Freunde treffen und Arbeiten, wie es für uns selbstverständlich war, ist aktuell nicht mehr möglich. Wie wirkt sich das auf Ihren Wahlkampf aus?</p>



<p>Durch das Corona-Virus ist der Wahlkampf in den vergangenen Monaten vollständig in den Hintergrund getreten. Doch nun kehren mit den Lockerungen die persönlichen Begegnungen zurück und damit auch der Diskurs und die Auseinandersetzung. Das macht einen fairen Wahlkampf aus – und darauf freue ich mich sehr!</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Anstatt zuhause zu bleiben, würden die meisten Düsseldorfer ihre Zeit momentan sicherlich lieber an den Kasematten oder mit einem Stadtbummel über die Kö verbringen. Um das Virus einzudämmen, mussten Gastronomie, Museen und Bildungseinrichtungen allerdings vorerst schließen. Glauben Sie, dass wir die Auswirkungen des Virus auch nach Ende der Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie im öffentlichen Leben spüren werden?</p>



<p>Ja, denn so lange es keinen Impfstoff oder kein wirksames Medikament gibt, werden wir in einer „neuen Normalität“ leben. Ein sichtbares Zeichen sind die Masken, die wir zum Schutz der anderen Menschen tragen, und die räumliche Distanz, die wir noch untereinander wahren müssen. Doch ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden Wochen neue Wege finden werden, um Herzlichkeit auszudrücken. In Krisen werden aber auch neue Kräfte freigesetzt, und viel Neues entsteht. Das wird uns auch in der Zeit nach der Krise begleiten.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was meinen Sie, wie sich der Wirtschaftsstandort Düsseldorf nach der „Corona-Krise“ verändern wird? Welche Maßnahmen halten Sie persönlich aktuell und nach der Krise in Ihrer möglichen Funktion als OB für wichtig?</p>



<p>Für die Wirtschaft waren die vergangenen Wochen die größte Herausforderung der vergangenen 80 Jahre. Es gibt wohl kein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Weise​ von der Krise betroffen ist. Einige Branchen wie die Gastronomie, der Einzelhandel, die Reisebüros, Veranstaltungsunternehmen und Kultureinrichtungen sind durch die Einschränkungen besonders schwer getroffen. </p>



<p>Ich habe die Hoffnung, dass die meisten Unternehmen natürlich auch mit Zuschüssen und Krediten durch die Krise kommen und viele Arbeitsplätze erhalten werden können. Natürlich sind wir gerade in einer Krise auch als Stadtverwaltung gefragt. Das fängt an mit der Bereitstellung von möglichst vielen digitalen Dienstleistungen, und es hört mit der Stundung und dem Erlass von Abgaben noch lange nicht auf. Man muss Partner der Wirtschaft sein, nicht nur in Krisenzeiten. Jetzt ist es wichtig, die Hilfen auf lokale Problemlagen zu konzentrieren, die relevant für eine Stadt sind, z.B. Gastronomie und Kultur.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was bedeutet Haltung zeigen, gerade in so schwierigen Zeiten, für Sie?</p>



<p>Haltung zeigen, das heißt: der inneren Überzeugung zu folgen und Entscheidungen wertegebunden zu treffen. Gerade in schwierigen Zeiten. In der Krise ist der innere Kompass wichtiger denn je.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was treibt Sie an, sich um das Amt des OB Düsseldorf zu bewerben?</p>



<p>Ich will mich mit Herz und Verstand für Düsseldorf einsetzen – und gemeinsam mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern diese Stadt gestalten, in der ich mit meiner Familie schon so lange lebe. Was mich ganz besonders reizt: Als Oberbürgermeister hat man die unmittelbare Möglichkeit, das Leben von vielen Menschen besser zu machen. Das ist eine ganz besondere Aufgabe! Ich will Düsseldorf ab September in eine gute Zukunft führen!</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color"><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p><p>The post <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/stephan-keller">Der inneren Überzeugung folgen</a> first appeared on <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de">Düsseldorf zeigt Haltung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Miteinander statt gegeneinander</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilian Löckenhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2020 07:55:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besondere Düsseldorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<div class="entry-summary">
Stefan Engstfeld (Die Grünen), Mitglied im Landtag NRW, Rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion&#8230;
</div>
<div class="link-more"><a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/miteinander-statt-gegeneinander" class="more-link">Weiter lesen<span class="screen-reader-text"> &#8220;Miteinander statt gegeneinander&#8221;</span>&#8230;</a></div>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Engstfeld (Die Grünen), Mitglied im Landtag NRW, Rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied im Haushalt- und Finanzausschuss über Corona, Düsseldorf während und nach der Krise sowie den aktuellen Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt.  </p>



<p class="has-drop-cap has-text-align-left">W<em>ir stellen Düsseldorfer vor, die Haltung zeigen. Im privaten wie im beruflichen Leben. Ganz besondere Düsseldorfer sind natürlich auch die Kandidaten um das Oberbürgermeisteramt Düsseldorfs. Sie müssen Vorbild sein was Haltung und Werte angeht. Hier sagen Sie, was sie antreibt, sich um das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben.</em></p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Herr Engstfeld, wie würden Sie Ihre persönliche Verbindung zu Düsseldorf in einem Satz beschreiben?</p>



<p>Freunde und Flair, Rhein und Rheinturm, Kirmes und Karneval, Fortuna und DEG, Metropole und Dorf – oder kurz gesagt: Zuhause!</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was sind Ihre Kernziele, wenn Sie an die Stadt Düsseldorf denken? Welche Rolle spielen Umweltschutz und Nachhaltigkeit dabei?</p>



<p>Mein Kernziel ist es, Düsseldorf zu einer klimafreundlichen, nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Stadt zu machen, die eine Heimat für Jede*n sein kann, unabhängig vom Geldbeutel. Ich bin mir sicher, dass viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer auch die Vision einer Stadt wie Kopenhagen teilen. Mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer, mehr Grün, gesündere Luft und weniger Lärm sind Ziele, die Düsseldorf noch lebenswerter machen. Klar ist: Wer ein grüneres Düsseldorf möchte, muss einen grünen Oberbürgermeister wählen, denn Umweltschutz und der Wille zu nachhaltigem Handeln liegen in der DNA meiner Partei, dafür streiten wir seit 40 Jahren und dafür stehe ich.&nbsp;</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Die Corona Pandemie hat die Welt binnen kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Freunde treffen und Arbeiten, wie es für uns selbstverständlich war, ist aktuell nicht mehr möglich. Wie wirkt sich das auf Ihren Wahlkampf aus?</p>



<p>Wahlkampfauftritte, Wahlkampfstände, Diskussionsveranstaltungen – all dies findet aufgrund der Abstandsregelungen derzeit nicht statt. Das ist auch völlig richtig, denn die Gesundheit geht vor.&nbsp;</p>



<p>Aber natürlich ist so eine Pandemie keine politikfreie Zeit. Das heißt, ich übe mein Landtagsmandat selbstverständlich weiter aus – nur läuft nun eben noch mehr über Telefon- und Videokonferenzen. Nun gilt es mehr denn je, die bestmöglichsten Lösungen für die derzeitigen Herausforderungen zu finden. Daher melde ich mich als Düsseldorfer Landtagsabgeordneter natürlich mit konstruktiven Vorschlägen zu Wort. Problemlösung statt Profilierung ist angesagt und vor allen Dingen: einen kühlen Kopf bewahren. Derzeit zählt nicht, wer am schnellsten Lockerungen einführt oder über schnelle Herdenimmunität schwadroniert, sondern, wie wir gemeinsam und solidarisch gut durch diese Situation kommen.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Anstatt zuhause zu bleiben, würden die meisten Düsseldorfer ihre Zeit momentan sicherlich lieber an den Kasematten oder mit einem Stadtbummel über die Kö verbringen. Um das Virus einzudämmen, mussten Gastronomie, Museen und Bildungseinrichtungen allerdings vorerst schließen. Glauben Sie, dass wir die Auswirkungen des Virus auch nach Ende der Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie im öffentlichen Leben spüren werden?</p>



<p>Ich verstehe jeden, der gerade seine liebgewonnen Leidenschaften vermisst. Auch ich sehne mich nach einem Feierabendbier mit Freunden am Rhein oder den Besuch im Stadion. Umso größer ist mein Dank an die Düsseldorfer*innen, die sich in so überwältigender Mehrheit an die notwendigen Vorgaben halten und an diejenigen, die gerade für unsere Gesundheit, Versorgung und Sicherheit arbeiten.&nbsp;Ich bin im engen Austausch mit Gastronomen, Schaustellern, mittelständischen Unternehmern und Kulturschaffenden in der Stadt und ich höre die große Not. Ich denke auch dass es leider noch einige Zeit dauern wird, bis wir wieder unbefangen nebeneinander ein Alt in der Altstadt trinken oder uns nach einem Tor für die Fortuna in den Armen liegen können. Aber alles zu seiner Zeit.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was meinen Sie, wie sich der Wirtschaftsstandort Düsseldorf nach der „Corona-Krise“ verändern wird? Welche Maßnahmen halten Sie persönlich aktuell und nach der Krise in Ihrer möglichen Funktion als OB für wichtig?</p>



<p>Ich glaube, dass es wichtig ist, den hiesigen Unternehmerinnen und Unternehmern in Düsseldorf beizustehen und ihnen als Stadt unter die Arme zu greifen, wo es geht. Unkompliziert und unbürokratisch. Es wird aber trotzdem wohl sichtbare, wirtschaftliche Folgen der Krise geben, insbesondere in Branchen, die länger von Schließungen und Einschränkungen betroffen sein werden. Zudem könnten mehr Menschen auf Unterstützungen&nbsp; zum Lebensunterhalt angewiesen sein. Auch hier muss die Stadt &#8211; auch in den Jahren nach Corona &#8211; ihrer Verantwortung gerecht werden. Denn Wohnraum, Mobilität und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, an Kultur und an Bildung muss für die Bürgerinnen und Bürger auch nach der Corona-Krise bezahlbar bleiben.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was bedeutet Haltung zeigen, gerade in so schwierigen Zeiten, für Sie?</p>



<p>Haltung zeigen bedeutet für mich, dass man bei der Bewältigung der derzeitigen Corona-Krise mitdenkt, mithilft und mitmacht. </p>



<p>Haltung bedeutet, dass man auf Menschen zugeht, sie ernst nimmt, ihnen zuhört, ihnen hilft und sich selbst nicht über andere stellt. Und, dass man behutsam und vor allem mit Verstand nach Lösungen sucht und nicht voreilig handelt.&nbsp;</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was treibt Sie an, sich um das Amt des OB Düsseldorf zu bewerben?</p>



<p>Ich lebe und liebe Düsseldorf! Ich bin sicher, die Herausforderungen von heute lassen sich nicht mit den Ideen von gestern lösen. Ich stehe für eine echte Verkehrswende, die Verbindung von Ökologie und bezahlbarem Wohnraum, sowie die Einheit von Wirtschaft und Umwelt. Ich möchte gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Akteurinnen und Akteuren, Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung angebliche Gegensätze zu einer neuen Lösung kombinieren. Miteinander statt gegeneinander. Denn Düsseldorf ist unser Zuhause und so müssen wir sie auch behandeln und regieren.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color"><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p><p>The post <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/miteinander-statt-gegeneinander">Miteinander statt gegeneinander</a> first appeared on <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de">Düsseldorf zeigt Haltung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Unbefangen die Hände schütteln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilian Löckenhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2020 08:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besondere Düsseldorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<div class="entry-summary">
Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) über Corona, Düsseldorf während und nach der Krise&#8230;
</div>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) über Corona, Düsseldorf während und nach der Krise sowie den aktuellen Wahlkampf. &nbsp;</p>



<p class="has-drop-cap has-text-align-left">W<em>ir stellen Düsseldorfer vor, die Haltung zeigen. Im privaten wie im beruflichen Leben. Ganz besondere Düsseldorfer sind natürlich auch die Kandidaten um das Oberbürgermeisteramt Düsseldorfs. Sie müssen Vorbild sein was Haltung und Werte angeht. Hier sagen Sie, was sie antreibt, sich um das Amt des Oberbürgermeisters (erneut) zu bewerben.</em></p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Herr Geisel, wie würden Sie Ihre persönliche Verbindung zu Düsseldorf in einem Satz beschreiben?</p>



<p>Düsseldorf ist meine Heimat, denn Heimat ist – richtig verstanden – nicht unbedingt der Ort, wo man geboren ist, aber der, wo man alt werden möchte!</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Und was sind Ihre Kernziele, wenn Sie an die Stadt Düsseldorf denken? Welche Rolle spielen Umweltschutz und Nachhaltigkeit dabei?</p>



<p>Düsseldorf ist Großstadt für alle: eine Metropole, in der sich Menschen zu Hause fühlen können, unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensentwurf und Dicke des Geldbeutels! Unsere Stadt ist sympathisch, wirtschaftlich erfolgreich und sich ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Die Corona Pandemie hat die Welt binnen kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Freunde treffen und Arbeiten, wie es für uns selbstverständlich war, ist aktuell nicht mehr möglich. Wie wirkt sich das auf Ihren Wahlkampf aus?</p>



<p>Im Moment geht es darum, die – gesundheitlichen, ebenso wie die sozialen –Gefahren einer Corona-Epidemie von unserer Stadt abzuwenden. Da ist für Wahlkampf keine Zeit.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Anstatt zuhause zu bleiben, würden die meisten Düsseldorfer ihre Zeit momentan sicherlich lieber an den Kasematten oder mit einem Stadtbummel über die Kö verbringen. Um das Virus einzudämmen, mussten Gastronomie, Museen und Bildungseinrichtungen allerdings vorerst schließen. Glauben Sie, dass wir die Auswirkungen des Virus auch nach Ende der Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie im öffentlichen Leben spüren werden?</p>



<p>Natürlich wird manches, woran wir uns in diesen Zeiten gewöhnt haben, auch noch Bestand haben, wenn der „Ausnahmezustand“ vorbei ist. Ich hoffe aber sehr, es kommt auch wieder die Zeit, in der wir uns unbefangen die Hände schütteln und – jedenfalls im Karneval – „bützen“ können.</p>



<p>Ich würde mich freuen, wenn die Wertschätzung für diejenigen, auf deren Hilfe wir in dieser Krise besonders angewiesen sind – die Menschen im Gesundheitswesen, in den Krankenhäusern und Pflegediensten, in den Rettungsdiensten, bei Feuerwehr, Polizei und Ordnungsdienst – auch dann noch anhält, wenn die Krise vorbei ist. Und vielleicht wäre es auch nicht verkehrt, wenn zumindest ein bisschen der gegenwärtigen Entschleunigung Bestand hätte.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color has-text-align-left">Was meinen Sie, wie sich der Wirtschaftsstandort Düsseldorf nach der „Corona-Krise“ verändern wird? Welche Maßnahmen halten Sie persönlich aktuell und nach der Krise in Ihrer möglichen Funktion als OB für wichtig?</p>



<p>Ich bin zuversichtlich, dass sich der Wirtschaftsstandort Düsseldorf auch in dieser Krise als “resilient“ erweist, also letztlich eher gestärkt als geschwächt daraus hervorgeht. Diesbezüglich haben wir bei der Finanzkrise 2009 gute Erfahrungen gemacht.</p>



<p>In meiner Funktion als Oberbürgermeister halte ich es gerade in der gegenwärtigen Krise für besonders wichtig, nicht zu Angst und Verunsicherung beizutragen, sondern deutlich zu machen, dass wir umsichtig handeln und jederzeit die Konsequenzen unserer Entscheidungen bedenken.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was bedeutet Haltung zeigen, gerade in so schwierigen Zeiten, für Sie?</p>



<p>Haltung bedeutet für mich – in schwierigen, ebenso wie in einfachen Zeiten – zu sagen, was man denkt, und zu tun, was man sagt.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was treibt Sie an, sich erneut um das Amt des Oberbürgermeisters/-in zu bewerben?</p>



<p>Der Oberbürgermeister in Düsseldorf ist wahrscheinlich der anstrengendste, aber sicherlich auch erfüllendste Job, den ich  je gemacht habe: Eine weltoffene Stadt mit sympathischen Menschen, einer angenehmen Lebensart, viel Engagement und Gemeinsinn und noch ganz viel Potential. Ich bin sicher als OB wird es mir auch in den nächsten fünf Jahren nicht langweilig, denn Düsseldorf hat noch viel vor.&#8220;</p>



<p class="has-text-color has-pale-cyan-blue-color"></p>



<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p><p>The post <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/thomas-geisel">Unbefangen die Hände schütteln</a> first appeared on <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de">Düsseldorf zeigt Haltung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Haltung zeigen kann so einfach sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilian Löckenhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2020 14:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besondere Düsseldorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<div class="entry-summary">
Dr. Jochen Reiter (46) leitet die einzigartige Verknüpfung zwischen Naturkundemuseum und Aquazoo in Düsseldorf.&#8230;
</div>
<div class="link-more"><a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/jochen-reiter" class="more-link">Weiter lesen<span class="screen-reader-text"> &#8220;Haltung zeigen kann so einfach sein&#8221;</span>&#8230;</a></div>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left" class="has-drop-cap">Dr. Jochen Reiter (46) leitet die einzigartige Verknüpfung zwischen Naturkundemuseum und Aquazoo in Düsseldorf. Die Leidenschaft zur Musik, unzählige Konzerte als Solist und im Orchester mit dem Akkordeon bewegten ihn zunächst beinahe zu einem Musikstudium. Durch die enge Natur- und Tierverbundenheit der Familie und dem Interesse an der Verhaltensforschung von Tieren entschied er sich letztlich doch noch für das Biologie Studium.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Herr Reiter, Sie sind Zoo-Direktor des Aquazoo Löbbecke Museum&nbsp;-Was bedeutet das&nbsp;überhaupt und wie können wir uns Ihren typischen Arbeitstag vorstellen?</p>



<p>Das Besondere in Düsseldorf ist, dass ich nun auch Museumsdirektor bin, denn unser Institut ist nicht&nbsp;„normal“: Unser Alleinstellungsmerkmal ist und bleibt die einzigartige Verzahnung eines Zoos und&nbsp;Aquariums mit einem Naturkundemuseum.&nbsp;Es gibt z.B. Elemente innerhalb der Museumswelt, die im Flächenzoo vielleicht noch nicht so&nbsp;konsequent durch -und bedacht wurden: Kulturelle Teilhabe und Diversity wären zwei Beispiele. All&nbsp;diese Ansätze und Aufgaben innerhalb eines Instituts zu vereinen, ist eine unglaublich spannende&nbsp;aber auch herausfordernde Arbeit, die&nbsp;–Sie werden es ahnen&nbsp;–keinen „typischen“ Alltag vorsieht.&nbsp;Allein schon deshalb nicht, weil wir es mit rund 5.000 lebenden Tieren zu tun haben, die so manche&nbsp;Überraschung für uns parat haben</p>



<p style="color:#35d0dc;text-align:left" class="has-text-color">Ob man will oder nicht, um die digitale Transformation kommt kein Unternehmen herum.&nbsp;Und dementsprechend verändern sich auch Berufsbilder. Ist der Beruf eines&nbsp;Naturwissenschaftlers heute noch zeitgemäß? Oder vielleicht sogar&nbsp;–eben aus diesen&nbsp;Gründen&nbsp;-wichtiger denn je?</p>



<p>Wenn Sie sich anschauen, was die Gemüter aktuell mitunter am meisten bewegt, dann sind das&nbsp;durchwegs Themen, die sich im Bereich der Naturwissenschaften ansiedeln lassen. Und sie sind nicht&nbsp;zwingend immer nur digital sondern durchaus analog, oder vielmehr haptisch&nbsp;–ich spüre sie&nbsp;mitunter am eigenen Leib: Klimawandel, ökologischer Fußabdruck, Verlust der Artenvielfalt,&nbsp;Meeresverschmutzung, Plastikmüll, und so fort. Damit, denke ich, ist Ihre Frage beantwortet:&nbsp;Naturwissenschaften werden nie „out“ sein, sie sind für uns persönlich und unser Zusammenleben&nbsp;immer essentiell.</p>



<p style="color:#35d0dc;text-align:left" class="has-text-color">Im Aquazoo lernt der Besucher etwas über die Artenvielfalt der Meere und&nbsp;über die&nbsp;Evolution. Halten Sie es für notwendig, dass sich die Gesellschaft intensiver mit den&nbsp;genannten Themen beschäftigt?</p>



<p>Ein klares Ja!&nbsp;Ich saß zuletzt fassungslos vor einem Bericht, in dem ich las, dass Kinder mehr&nbsp;Automarken aufzählen können als heimische Tierarten. Das ist doch ein fürchterliches&nbsp;Armutszeugnis.&nbsp;Was wir vor Jahren als Schreckensszenario postulierten, ist vereinzelt nun schon&nbsp;bittere Realität: für einige Kinder kommt das Schnitzel aus dem Kühlregal und ist die Kuh lila&#8230; Die&nbsp;Zusammenhänge werden überhaupt nicht mehr begriffen, wir entfernen uns immer mehr von der&nbsp;Natur. Diese Aussage mag manchem zu pauschal sein, es ist aber so.&nbsp;Aus diesem Grund&nbsp;bilden den&nbsp;roten Faden durch unsere Ausstellung in der Tat die beiden Hauptthemen Evolution und&nbsp;Biodiversität.&nbsp;Wir&nbsp;erzählen die Geschichte, wie das Leben im Meer entsteht, sich im Süßwasser&nbsp;ausbreitet, das Land erobert und schließlich ins Meer zurückkehrt. Der Mensch ist ein Teil des&nbsp;Ganzen, nicht mehr und nicht weniger. Weil wir aber vermeintlich so intelligent und innovativ sind, machen wir uns alles untertan, vernichten dabei Lebensräume und Tierarten und letztlich die&nbsp;Lebensgrundlagen aller. Ich greife mir jetzt recht wahllos ein Beispiel heraus.&nbsp;Warum&nbsp;sind unsere&nbsp;Ängste so groß, dass der Wolf&nbsp;wiederkommt? Doch zum großen Teil deshalb, weil wir komplett&nbsp;verlernt haben, mit der Natur zu leben.<br></p>



<p style="color:#35d0dc;text-align:left" class="has-text-color">Also glauben Sie, dass der Aquazoo mit seiner Vielfalt an Tierarten dazu beiträgt, die&nbsp;Besucher für den Erhalt dieser Arten und Lebenswelten zu sensibilisieren?</p>



<p>Rund 450.000 Gäste kommen jedes Jahr zu uns, das ist, wenn man sich die Größe des Instituts&nbsp;ansieht, wirklich sehr viel. Warum kommen die Leute? Sicherlich um sich die unterschiedlichen Tiere&nbsp;einfach mal anzuschauen, die man sonst nie zu Gesicht bekommt. Und das ist völlig in Ordnung. Es&nbsp;sind ehrlicherweise doch die wenigsten von uns, die es sich finanziell erlauben können, in entfernte&nbsp;Länder zu reisen, um Natur-und Tierbeobachtungen durchzuführen. Die einem kostenintensiven&nbsp;Sport wie dem Tauchen nachgehen können, um Welten zu erleben, von denen wir noch so wenig&nbsp;wissen. Und nicht zu vergessen sind diejenigen unter uns, die einfach nicht mobil genug sind zu&nbsp;reisen. Für all die Genannten bieten wir ein Schaufenster in die Natur, indem wir auf&nbsp;hochprofessionelle Weise Tiere in möglichst naturnah gestalteten Anlagen halten.&nbsp;Die meisten Gäste nehmen aber auch gerne wahr, dass wir auf didaktisch behutsame und oftmals&nbsp;spielerische Art und Weise (interaktive Medien!) gewisse Inhalte vermitteln und somit bilden wollen. </p>



<p>Ich sage immer: Wenn wir es schaffen, dass unser Gast, ob klein oder groß, mit nur einem neuen&nbsp;Wissen nach Hause geht, dann haben wir unseren Bildungsauftrag erreicht. Aufgrund der&nbsp;bedrohlichen Entwicklungen auf unserem Planeten wollen undmüssen wir für die Belangedes&nbsp;Natur-, Arten-und Umweltschutzes sensibilisieren und gerade unter den jüngeren Gästen die&nbsp;Naturschützer von morgen herausschälen. Wir haben nur diese eine Welt und es ist ja jetzt schon&nbsp;beschämend, in welchem Zustand wir sie der folgenden Generation&nbsp;überlassen.&nbsp;Wir können nur schützen, was wir kennen; das ist eine vielzitierte Binsenweisheit. Damit die&nbsp;Schönheit aber auch Verletzlichkeit von Lebensräumen vermittelt wird, damit wieder ein starkes und&nbsp;gemeinsames Gefühl des Schützen-Wollens und Umkehrens in der Gesellschaft entsteht, dafür gibt&nbsp;es wissenschaftliche Einrichtungen wie das Aquazoo Löbbecke Museum.</p>



<p style="color:#35d0dc;text-align:left" class="has-text-color">Trotzdem setzen viele Menschen Zoos mit „Tierquälerei“ gleich, wie gehen Sie mit solchen&nbsp;Meinungen&nbsp;um?</p>



<p>Ich bezweifle, dass es viele sind&#8230;&nbsp;Das Tierschutzgesetz beschreibt Tierquälerei als Straftat: Niemand&nbsp;darf vorsätzlich ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund töten oder einem Wirbeltier erhebliche&nbsp;Schmerzen oder Leiden zufügen.</p>



<p>Wer wissenschaftlich geführten Zoologischen Einrichtungen dies&nbsp;ernsthaft vorwirft, möchte nur eins: Zoos abschaffen. Aus den Antworten zu den beiden vorherigen&nbsp;Fragen dürfte klar geworden sein, wieso ich einen Zoo aber nach wie vor für sehr zeitgemäß halte. Wir Tiergärtner wissen selbst am besten, dass unsere Schützlinge in Anlagen leben, die begrenzt sind. Unsere Aufgabe ist es, diese Lebensräume so zu gestalten, dass die Tiere ein Höchstmaß ihres&nbsp;Verhaltensrepertoires ausleben und sich wohlfühlen können. Es liegt&nbsp;selbstredend doch&nbsp;in unserem&nbsp;ureigenen Interesse, stets&nbsp;dafür zu sorgen, die Haltungsbedingungen zu optimieren. Dann gelingen Nachzuchten bedrohter Tierarten, wir können Reservepopulationen in Menschenobhut aufbauen&nbsp;und hoffen, dass wir sie in ihre natürlichen Lebensräume irgendwann wieder ausbürgern und damit&nbsp;dem Verlust der Artenvielfalt entgegenwirken können. Wir sind die aktiven Naturschützer, nicht&nbsp;militante Personen oder Organisationen, die nur dagegen reden.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Die Perfektionierung der Museumswelt führte in der Vergangenheit zu Vier Jahren&nbsp;Umbauphase. Das&nbsp;hat vielen Düsseldorfern nicht geschmeckt. Wie beschreiben Sie diese&nbsp;Zeit? Was war die größte Herausforderung?</p>



<p>Manchmal frage ich mich schon, wie wir das alles überstanden haben. Für mich persönlich war&nbsp;bereits der Anfang extrem sportlich, weil ich mitten&nbsp;auf die Baustelle kam, als sie schon zwei Jahre&nbsp;lief. Ich fühlte mich anfangs eher als Mediator denn als Direktor, denn einiges auf der Baustelle&nbsp;verlief bekanntlich nicht wie geplant und die Stimmung bei allen Projektbeteiligten war sehr&nbsp;angespannt. Sicherlich habe ich in den Jahren davor einige große Baustellen im Zoo mitbetreut und&nbsp;war in diesem Bereich erfahren. Aber die Dimension des Vorhabens war gewaltig. Nie ist bislang&nbsp;versucht worden, ein derartiges Spezialinstitut bei fortlaufender Tierhaltung zusanieren. Was viele&nbsp;nicht wissen: 85% der Tiere sind im Bestand geblieben, nur die Gefahr-und Gifttiere wurden&nbsp;übergangsweise abgegeben und von Partnerzoos zwischenzeitlich gepflegt.&nbsp;</p>



<p>Ich könnte seitenweise weiterschreiben, wie ich die Zeit bis zur sehnlichst erwarteten&nbsp;Wiedereröffnung erlebt habe, aber die Kernaussage ist diese: Das Team ist bis weit über die&nbsp;Schmerzgrenze gefordert worden, weil oft Rückschläge kamen. Am Ende gelang es, auch weil das&nbsp;große Ziel nie aus den Augen verloren wurde. Das Aquazoo Löbbecke Museum als meistbesuchte&nbsp;Kultureinrichtung und größter außerschulischer Lernort der Landeshauptstadt sollte den Bürgerinnen&nbsp;und Bürgern in einem modernisierten Zustand mit deutlichem Mehrwert in der Ausstellung und der&nbsp;Tierhaltung wiedergegeben werden.&nbsp;Was mich zutiefst beeindruckt in der Stadt war und ist diese große Liebe innerhalb der&nbsp;Stadtgesellschaft zu „ihrem“ Aquazoo, so wie ich es bisher noch nie erlebt habe. Das ist ein&nbsp;wunderbares Gefühl und der schönste Dank für die anstrengende Arbeit aller Beteiligten!</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Der Aquazoo ist&nbsp;eine Einrichtung der&nbsp;Landeshauptstadt Düsseldorf? Sind auch Sie der Stadt&nbsp;verbunden?</p>



<p>Das bin ich natürlich, obschon sich mein Leben zwischen den Städten Düsseldorf und Duisburg&nbsp;abspielt. Schließlich war ich neun Jahre wissenschaftlicher Leiter im Zoo Duisburg und wir sind&nbsp;damals in den Stadtteil Rumeln-Kaldenhausen gezogen.&nbsp;Es wird Sie nicht wundern, dass wir uns im Wildpark Grafenberger Wald immer wieder mal blicken&nbsp;lassen und die Natur genießen. Wir nutzen natürlich das gigantische Kulturangebot in Düsseldorf,&nbsp;waren mit den Zwillingen zuletzt bei einem fantastischen Klavierkonzert im Robert-Schumann-Saal.&nbsp;</p>



<p>Die Autoausstellung im Kunstpalast habe ich mir nicht entgehen lassen, ich finde die Art und Weise,&nbsp;wie das Museum in die Gesellschaft hinein geöffnet wird, absolut richtig. </p>



<p>Zu einem Männerverein wie den Düsseldorfer Jonges kann man stehen wie man will. Unstrittig ist,&nbsp;dass sich die Jonges extrem heimatverbunden zeigen und ihre Stimme erheben, wenn sie der&nbsp;Meinung sind, dass ein Stück Heimat verloren zu gehen droht. Ich gehöre der Tischgemeinschaft&nbsp;Pastor Jääsch an, die Anfang der 80er Jahre dem Aquazoo eine Schneckenplastik gespendet hat, die&nbsp;in einem Teich links neben dem Eingang steht. Das Denkmal wird einmal jährlich im Rahmen einer&nbsp;Veranstaltung gepflegt. Es herrscht eine tiefe Verbundenheit zum Institut, insofern bin ich auch&nbsp;stolzes Mitglied.&nbsp;</p>



<p>Last but not least gehört hierher, dass ich Mitglied im Rat der Künste Düsseldorf bin. Der Rat ist die&nbsp;unabhängige und gewählte Interessenvertretung der Kulturschaffenden in Düsseldorf und&nbsp;entstammt einer Forderung aus dem Kulturentwicklungsplan der Landeshauptstadt. Wir haben uns in&nbsp;Arbeitsgruppen organisiert (z.B. Freie Szene, Altersarmut, kulturelle Bildung) und bringen uns aktiv in&nbsp;aktuelle Geschehnisse und auch Problematiken ein, werden seitens der Politik damit auch immer&nbsp;stärker wahrgenommen und gehört.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Was verbinden Sie mit „Haltung zeigen“?</p>



<p>Der Begriff Haltung ist ja sehr vielschichtig. Es fängt schon mit der eigenen Körperhaltung an. Sacke&nbsp;ich in mich zusammen, so dass ich den Eindruck erwecke, deprimiert, unaufgeschlossen oder&nbsp;uninteressiert zu sein. Eine offene Körperhaltung, so wie ich sie immer zu verfolgen suche, signalisiert&nbsp;dagegen: hey, es geht mir gut, ich bin positiv (gestimmt), offen für konstruktive und gerne auch&nbsp;schwierige Gespräche, ergebnisorientiert und interessiert.</p>



<p>Des Weiteren verstehe ich darunter,&nbsp;welche Werte ich für mich selbst als wichtig erachte. Dazu der&nbsp;berühmte Blick morgens in den Spiegel und die entscheidende Frage, ob ich meinen selbst&nbsp;gesteckten Anforderungen gerecht werde. Nichts istschlimmer als vorzugeben, jemand sein zu&nbsp;wollen, und am Ende merkt die eigene Mannschaft, dass nur leere Worthülsen übrig bleiben. Oder,dass der eigene Chef in brenzligen Situationen einknickt.&nbsp;In diesem Zusammenhang, muss ich&nbsp;tatsächlich sagen, bin ich&nbsp;hochreflektiv und befinde mich im übertragenen Sinne eigentlich immer&nbsp;auf der KfZ-Hebebühne zum Check.&nbsp;</p>



<p>Dann ist natürlich damit gemeint, welche Haltung ich gegenüber gesellschaftspolitischen Strömungen&nbsp;und Entwicklungen habe.&nbsp;Ich muss hier aber hoffentlich nicht extra betonen, dass ich jegliche Form&nbsp;von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit aufs Tiefste verabscheue!&nbsp;</p>



<p>Haltung zeigt sich aber auch in den allerkleinsten Gesten des täglichen Lebens. Es kann so einfach sein: Hetze ich an der alten Dame vorbei, wenn ihr der Gehstock auf den Boden fällt, oder helfe ich ihr und sende damit ein entsprechendes Signal an die Umgebung.</p>



<p style="color:#35d0dc" class="has-text-color">Das Thema Corona geht aktuell an niemandem vorbei. Wie macht sich die Pandemie im Aquazoo bemerkbar und was ist Ihre persönliche Meinung dazu?</p>



<p>Natürlich hat das Coronavirus auch spürbare Auswirkungen auf den Aquazoo. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt, auch Außer-Haus-Aktionen. Die rund 1.400 Bildungsangebote pro Jahr können wir nur mit Hilfe unserer Honorarkräfte stemmen, die auf eigene Rechnung arbeiten und denen nun empfindliche Einkommensverluste drohen. Ich hoffe inständig, dass Bund, Land und Kommune zusammen einen möglichst umfassenden Rettungsschirm aufbauen können. </p>



<p>Den Tagesbetrieb insbesondere in der Tierpflege haben wir angepasst.    Wir haben in der Aquaristik- und auch Terrarienabteilung je zwei Teams gebildet, die sich physisch maximal aus dem Weg gehen. Sie wechseln sich wochenweise ab. Personal, dessen Aufgabenbereiche aufgrund der Schließung reduziert sind, haben wir für einfache Tätigkeiten im Bereich der Tierpflege eingeteilt, damit dieser Not-Dienstplan vollumfänglich funktioniert. </p>



<p>Jeder muss jetzt mithelfen und jeder muss gewisse Opfer bringen, aber das haben im Aquazoo auch wirklich alle sofort begriffen. Wo zeitlich noch möglich, versorgen wir unsere Social-Media-Follower mit Livestreams und Infos aus dem Institut, aber das ist aktuell ganz klar die Kür und nicht die Pflicht. </p>



<p>Ich bin fassungslos und absolut wütend, dass es immer noch gar nicht mal so wenige Mitbürger (eigentlich Gegen-Bürger&#8230;) gibt, die Corona-Partys feiern und in größeren Gruppen auftauchen, ja sogar die mittlerweile gesperrten Spielplätze aufsuchen. Es ist alles hart, keine Frage. Und auch bei uns zuhause gibt es lange Diskussionen mit unseren 9jährigen Zwillingen, denen aber durchaus erklärt werden kann und auch muss, warum sie mit den Nachbarkindern für die nächste Zeit nicht mehr im direkten Kontakt spielen dürfen. Wir erleben eine Situation, die es wohl seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland nicht gegeben hat. Es herrscht Ausnahmezustand. Gleichzeitig leben wir in einer Gesellschaft, in der viele nicht mehr in der Lage sind, sich einzuschränken.  Den Zenit der Infektionen haben wir sicher noch nicht erreicht. Wenn wir aber alle jetzt aufeinander und insbesondere natürlich auf die besonders gefährdeten Mitbürger Acht geben, uns solidarisch zeigen (ob nun durch Einkäufe für den gebrechlichen Nachbarn oder dadurch, dass wir den Geldwert eines bereits erworbenen Veranstaltungstickets nicht zurückfordern sondern zum &#8222;Solidaritätsticket&#8220; umwidmen lassen um den freien Künstlern zu helfen) und akzeptieren, dass das öffentliche Leben auf Null heruntergefahren werden muss, dann wird uns der unsichtbare Gegner nicht niederringen. </p>



<p>Das Leben &#8222;danach&#8220; wird anders sein, aber sicherlich freundschaftlicher, rücksichtsvoller und intensiver. Davon bin ich fest überzeugt.       </p>



<p></p>



<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p>



<p>Wichtige Links: </p>



<p>Aquazoo Düsseldorf :  <a href="https://www.duesseldorf.de/aquazoo">https://www.duesseldorf.de/aquazoo</a><br></p><p>The post <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de/jochen-reiter">Haltung zeigen kann so einfach sein</a> first appeared on <a href="http://duesseldorf-zeigt-haltung.de">Düsseldorf zeigt Haltung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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